Public PolicyGespräch mit SPD-Parteivorstand zum Thema: 'Politik und Wirtschaft'

 

Auf meine Anfrage für eine Beteiligung des Forum Wirtschaft der SPD (www.forumwirtschaft.spd.de) an der Themenwoche ‚Politik und Wirtschaft’, erhielt ich eine Einladung zu einem Treffen mit Herrn Hermann Zimmermann vom SPD-Parteivorstand. Ich nutzte also meinen Standortvorteil und traf mich in Berlin mit Herrn Zimmermann in der SPD Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus. So kam es, dass Herr Zimmermann mir einen Einblick in politische Abläufe und Arbeitsweisen gab und ich mir einen Überblick verschaffen konnte, wie auch ein kleines Unternehmen aktiv an der Politik teilnehmen und teilhaben kann.

 

Ich möchte an dieser Stelle alle Teilnehmer an der Themenwoche und Nutzer von exploreB2B an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen.

 

Der erste und eigentlich einfache Rat von Herrn Zimmermann an junge Unternehmen, die Einfluss in der Politik ausüben wollen: Suchen Sie regional nach Mitstreitern! Die regionale Politik ist daran interessiert, junge Unternehmen in der Region zu halten und die regionale Wirtschaft  zu unterstützen. Daher kann man hier am ehesten offene Ohren und Unterstützung finden. In einem gewissen Rahmen können regional dabei durchaus eigene Interessen vertreten werden, Kontakte geknüpft und größere Anliegen gemeinsam nach weiter oben in der Politik kommuniziert werden. Eine parteiliche Zugehörigkeit ist dabei nicht Voraussetzung – im Fokus stehen sowohl aus unternehmerischer als auch aus politischer Sicht eher die wirtschaftlichen Aspekte. Der mühsame Weg zu politischem Einfluss beginnt vor allem für kleinere Unternehmen also in der Region.

 

Das Vorgehen ist dabei natürlich mit einiger Mühe und persönlichem Einsatz verbunden, aber als Unternehmer kennt man das schon: will man mit jemandem zusammen arbeiten, steht an erster Stelle die Überzeugungsarbeit! Man muss zeigen, dass man das richtige Thema bearbeiten möchte und dass man die richtige Person ist, um das Thema zu bearbeiten. Sie müssen dem Gegenüber zeigen, dass er mit Ihnen auch zusammen arbeiten möchte und dass Sie die richtigen Ideen mitbringen. Man muss sich die richtigen Kontakte suchen, idealerweise nicht nur bei einer Partei. Am Besten ist es, man findet Mitstreiter in mehreren Parteien, die man an einen Tisch bringt – je mehr Leute zusammen arbeiten, desto größer ist später das politische Gewicht der Ergebnisse. Und natürlich gilt: für eine konstruktive Zusammenarbeit ist es immer hilfreich, wenn die Chemie stimmt.

 

Soweit die eher allgemeinen Ratschläge von Herrn Zimmermann. Der eine oder andere mag sich jetzt fragen: was heißt das konkret? An wen wende ich mich denn nun? Hierzu gab mir Herr Zimmermann einen Überblick über die Möglichkeiten, die die SPD bietet:

 

Für wirtschaftliche Fragen bietet die SPD z.B. Arbeitsgruppen und Zukunftswerkstätten, in die man sich auch als Jung-Unternehmer eines kleineren mittelständischen Unternehmens einbringen kann. Und sollte es vor Ort noch keine aktive Arbeitsgruppe zu dem passenden Thema geben, dann ist sein Ratschlag: einfach nachfragen und Initiative ergreifen, vielleicht fehlten bislang nur genügend Interessenten.

 

Herr Zimmermann erklärte mir das Prinzip bei der SPD so: Die Themen sind zentral organisiert und ziehen sich durch die Ebenen von der Parteispitze bis zur Basis. Wie eine Pyramide sollen dann die in der Basis erarbeiteten Konzepte und Ideen themenspezifisch von unten nach oben weiter gegeben und verdichtet werden und so der Parteispitze wichtige Handlungsimpulse geben.

 

So stellen auch die Zukunftswerkstätten in erster Linie organisatorische Hilfsmittel und Methoden dar, wie engagierte Menschen in die Politik einbezogen werden und die Arbeitsergebnisse dann auch nach oben weiter gegeben werden und nicht ungehört im Sande verlaufen. Zukunftswerkstätten an sich sind keine Erfindung der SPD (nachlesen kann man dazu zB bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Zukunftswerkstatt). Doch die SPD möchte die Methoden für ihren Erneuerungsprozess (auch mit Blick auf die Wahlniederlage 2009) einsetzen, um mit der Politik wieder näher an die Bedürfnisse der Bürger zu rücken. Auf der SPD-Internetseite liest man dazu: „Die Zukunftswerkstätten sind darum kein Gremium, sondern ein Prozess und eine Plattform für neue Ideen, auch für Kritik. Eine Plattform für Dialog – in unterschiedlicher Form und überall in Deutschland. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern will die SPD Zukunftskonzepte erarbeiten. Bausteine für ein faires Deutschland.“

 

So bieten die Zukunftswerkstätten als neue Initiative gerade uns, als jungen Unternehmern oder Interessierten für die Wirtschaft, die Möglichkeit auch in etwas weniger aktiven Regionen auf die Unterstützung der SPD pochen zu können und damit etwas zu bewegen – auch ohne Parteibuch! Hier ist durchaus Initiative gefragt und wir können auch z.B. regionale Arbeitsgruppen anstoßen. Für uns am zutreffendsten ist dabei die Zukunftswerksstatt ‚Arbeit, Innovation, Umwelt‘.

 

Die Zukunftswerkstätten sind ein relativ neues Konstrukt. An manchen Stellen mag es daher sinnvoll sein, schon etablierte Strukturen wie zB die Arbeitsgemeinschaft Selbständige (AGS) zu nutzen. Diese sind ebenfalls wie eine Pyramide organisiert – die Regionalen AGS haben Kontakt zur überregionalen AGS. Dabei sollte man sich nicht von dem Namen (Selbständige) irreführen lassen – hier sind durchaus auch mittelständische Unternehmer angesprochen. Ziel der Arbeitsgemeinschaften ist es, den Selbständigen und Unternehmern in unserer Gesellschaft eine höheren Stellenwert zukommen zu lassen. Am Einfachsten kann man sich hier ebenfalls auf regionaler Ebene einbringen, welche dann wiederum überregional vermitteln kann.

 

Insgesamt ist der Ansatz die Ergebnisse und Bedürfnisse aus den regionalen Arbeitsgruppen oder Zukunftswerkstätten nach oben zu verdichten sicher auch nicht neu. Die CDU beispielsweise fährt mit der Mittelstandsvereinigung eine ganz ähnliche Linie. Aus meiner Sicht ist das immer von den Personen, die dafür verantwortlich sind, abhängig – ein Prozess wird immer nur funktionieren, wenn die Verantwortlichen auch voll dahinter stehen und diesen Prozess wirklich leben.

 

Ich kann dabei nur meine eigene, zugegeben nur sehr beschränkte Erfahrung, wiedergeben: Wenn Personen wie Herr Zimmermann an diesen wichtigen Stellen sitzen, dann kann und sollte der Prozess funktionieren. Auf meine Anfrage für diese Themenwoche hatte ich innerhalb von Tagen eine Rückmeldung und einen persönlichen Gesprächstermin. Herr Zimmermann hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er auch für Fragen der Nutzer von exploreB2B in diesem Zusammenhang gerne zur Verfügung steht. Die Kontaktaufnahme sollte dann über folgende Kontaktdaten erfolgen:

 

Herrmann Zimmermann

stv. Abteilungsleiter

Abt. II, Politik-Koordination-Zielgruppen

Referat Wirtschaftspolitik

Referat Medienpolitik, Informations- und Kommunikationstechnologie

 

SPD Parteivorstand

Willy-Brandt-Haus

Wilhelmstraße 141

D- 10963 Berlin

Telefon 030 25 991-131

Fax 030 25 991 – 376

Mobil 0171 – 761 015 0

hermann.zimmermann@spd.de

 

(Leider ist Herr Zimmermann noch kein Nutzer von exploreB2B)

Author

Susanna_gebauer_exploreb2bDr. Susanna GebauerexploreB2B GmbHGeschäftsführer, Gründer

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